Gartenschläfer

Quelle Foto: Echle Naturfotografie


Spurensuche Gartenschläfer in Baden-Württemberg


Der Gartenschläfer (Eliomys quercinus) war bis vor einigen Jahren noch in weiten Teilen Europas, darunter auch in Mittel- und Süddeutschland verbreitet. Doch seine Bestände sind drastisch gesunken: Innerhalb von 30 Jahren ist er aus mehr als der Hälfte seines Verbreitungsgebiets verschwunden.

Deshalb starteten der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), die Justus-Liebig-Universität Gießen und die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung das Projekt „Spurensuche Gartenschläfer“. Gefördert im Bundesprogramm Biologische Vielfalt sollen die Ursachen für das Verschwinden gefunden und passende Schutzmaßnahmen entwickelt werden. Das Ziel: Der Gartenschläfer soll in einem großen Teil seines Verbreitungsgebiets erhalten bleiben. Mit mehr als 10 % der weltweiten Bestände des Gartenschläfers auf seinem Staatsgebiet trägt Deutschland eine hohe Verantwortung für den Erhalt der Art. Baden-Württemberg beherbergt in Deutschland eines der stärksten Vorkommen.

Die Arbeitsgruppe Wildlebende Säugetiere Baden-Württemberg e. V. ist Kooperationspartner für dieses Projekt in Baden-Württemberg. Sie beschäftigt sich v.a. mit der Untersuchung der aktuellen Verbreitung der Gartenschläfer in diesem Bundesland. Dazu werden in Baden-Württemberg in insgesamt 100 Planquadraten eines 10 x 10 km-Rasters jeweils 25 Spurentunnel auf einer Stecke von ca. 500 m ausgebracht. Diese Spurentunnel sind keine Fallen. Die Tiere laufen durch diese Röhren freiwillig hindurch und hinterlassen dabei ihre artspezifischen Pfotenabdrücke. Darüber hinaus werden auch Untersuchungen mit Wildtierkameras durchgeführt.



Zuständigkeitsbereiche

Ulrich Weinhold

Harald Brünner

Joanna Fietz

Franz Langer


Gartenschläfer
Vorderfuß
Fußballen vorn miteinander verbunden (ein Band) Länge ca. 10 mm, Breite 9 mm
Hinterfuß
hinterer Fersenballen meist ohne Abdruck, wenn doch mit Abdruck des Fersenballens, dann ca. 18 mm langer, schmaler Abdruck

Siebenschläfer
Vorderfuß
deutlich über 10 mm lang (ca. 15 mm) und 10 mm breit Anordnung der Sohlenballen kreisrund – wie ein Saugnapfbreite, tropfenförmige Abdrücke der einzelnen Ballen

Haselmaus

Fußabdrücke unter 10 mm dreieckige Ballenabdrücke Zehenballen oft geteilt (zwei Abdrücke der Zehen)